Das Innovationsprojekt „Neue Wege NRW“ zieht Zwischenbilanz

Das Projekt „Neue Wege NRW“ zog am 10.02.2012 nach einem Jahr eine erste Bilanz. Auf der Transferveranstaltung in der Universität Duisburg-Essen diskutierten über 80 Teilnehmer/innen aus NRW, wie Kooperationen zwischen arbeitsmarkt- und jugendhilfebezogenen Akteuren aussehen könnten.

Berufs(wieder)einstieg durch Kooperationen erleichtern

Zu Beginn stellten Sybille Stöbe-Blossey (IAQ) und Hilde Mußinghoff (innovaBest) die konkreten Aktivitäten und Produkte des Innovationsprojets „Neue Wege NRW“ vor. Es wurden Bedarfserhebungen durch Interviews in Familienzentren, kooperative Fortbildungen für Fachkräfte aus den verschiedenen Feldern durchgeführt und ausgewertet. Eine Lotsen-Broschüre „Arbeitsmarktinformationen für Familienzentren“ sowie die Konzipierung arbeitsmarkt- und berufsorientierender Veranstaltungen in Familienzentren sind entwickelt worden. Interviews in Arbeitsagenturen und Jobcentern bilden die Basis für die Entwicklung von Kooperationsvereinbarungen zwischen Familienzentren, Jugendamt, Jobcentern und Arbeitsagenturen.

Wie bedeutsam systematische Kooperationen zwischen arbeitsmarktbezogener Dienstleistung, Jugendhilfe und Unternehmen für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration sind, bestätigte Meike Reinecke (Rambøll Management Consulting) aus den Erfahrungen des Programms „Gute Arbeit für Alleinerziehende“. Demnach bilden Vernetzung und Absprachen auf strategischer Ebene die Voraussetzung für eine gelingende operative Zusammenarbeit. Reinecke argumentierte, dass die Arbeitsverwaltung hierfür grundsätzlich eine gute Voraussetzung hat. Wichtig seien bewusste interne geschäftspolitische Entscheidungen „für” die Zielgruppe und deren konkrete Umsetzung. (Kommunale) Netzwerke und transparente Unterstützungsstrukturen helfen, die Zielgruppe zu erreichen und den nachhaltigen Weg in Beschäftigung zu erleichtern. Diese Ergebnisse decken sich mit den Erfahrungen aus dem Innovationsprojekt „Neue Wege NRW“.

Praxiserfahrung und neue Wege

Einen exemplarischen Einblick in die Projektpraxis boten Projektmitglieder der Modellstandorte. So trägt der Aufbau von Orientierungswissen in kooperativen Fortbildungen zur praktischen Verbesserung der Zusammenarbeit und Erhöhung der Arbeitseffizienz zwischen den beteiligten Institutionen bei. Fachkräfte aus Jugendämtern, Jobcentern, Arbeitsagenturen und Familienzentren entwickelten gemeinsam den Elternkurs „Neue Wege“, ein Veranstaltungskonzept zur beruflichen Orientierung in Familienzentren.

Aus der Projektpraxis ergeben sich neue Fragen. Gelegenheit zu einem regen Austausch hierzu hatten die Besucher/innen der Fachtagung in sechs Themenforen. Diskutiert wurden projektbezogene Fragestellungen wie „Randzeitenbetreuung - aber wie?“, „Fachkräftemangel - Wie können Alleinerziehende die Chancen nutzen?“ oder „Arbeitgeber als Partner für den Wiedereinstieg“. Die Resonanz auf die Fachtagung war sehr positiv. Es wurde deutlich, dass die systematische Bündelung von Dienstleistungen durch Kooperationen zwischen Jugendhilfe und Arbeitsverwaltung einen entscheidenden Beitrag zur Förderung des beruflichen (Wieder-)Einstiegs leisten kann und das erste Lösungen bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Kooperation im Sinne der (Wieder-)Einsteiger/innen geführt haben.

Andrea Schlotjunker und Silke Reuter

Nähere Informationen unter:
http://www.iaq.uni-due.de/aktuell/veransta/2012/20120210.php